“The bright array of city lights as far as I can see”
(Bill Anderson - City Lights)
„Stadtbeleuchtung kann man mit einer Pyramide vergleichen", sagt Michael Stats, Experte für urbane Beleuchtung bei LEDVANCE. „Sicherheit ist das Wichtigste – sie bildet das Fundament jedes Beleuchtungskonzepts. Ist sie gewährleistet, können Sie anfangen, über ästhetische Fragen nachzudenken. An der Spitze der Pyramide geht es dann um besondere Funktionen, die Licht heutzutage erfüllen kann." Welche er damit meint: dazu später mehr.
Bei der Frage der Sicherheit unterscheidet Stats zwei Dimensionen. Die eine ist die objektive Sicherheit: Städte brauchen adäquate Beleuchtung, um ein A-nach-B für Alle gefahrlos zu ermöglichen – egal ob auf Straßen, Kreuzungen oder Treppen. Wichtig sind vor allem wohlplatzierte Lampen an den Durchgangswegen von Fußgängern.
Die zweite Dimension ist die subjektive Sicherheit. „Beleuchtung hat einen immensen Einfluss darauf, wie sicher wir uns fühlen", erläutert Stats. „Die Herausforderung liegt darin, den Menschen ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln." Ein Faktor dabei ist die Lichtqualität der Straßenbeleuchtung – nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbwiedergabe: „Je akkurater Lampen die Farben der Umgebung wiedergeben, desto leichter können wir zum Beispiel die Gesichtszüge der Leute um uns herum erkennen. Dadurch fühlen wir uns in großen Menschenmengen sicherer", erklärt Stats.
“Finds a convenient streetlight, steps out of the shade”
(Dire Straits - Romeo & Juliet)
Die Herausforderung, eine Stadt zu beleuchten, umfasst aber mehr als nur die Sicherheit – wie Stats erläutert: "Es geht auch um Energieeffizienz, Lichtqualität, gesetzliche Anforderungen, Haltbarkeit und Wartung."
Angesichts derart vielfältiger Themen entscheiden sich weltweit immer mehr Städte, ihre Straßenbeleuchtung mit LEDs nachzurüsten. „LEDs sind sehr effizient. Betreiber schätzen sie wegen der hohen Lichtqualität, der Haltbarkeit und der geringen Wartungskosten", erklärt Stats.
Glasgow ist ein Beispiel für solch eine radikale Beleuchtungs-Reform. 2015 erhielt die schottische Stadt ein staatliches Öko-Darlehen, um ihre 70.000 Straßenleuchten entlang der Hauptverkehrsstraßen mit LEDs auszustatten. Experten schätzen, dass diese Maßnahme den Energieverbrauch um rund 50 % senken wird. Zudem sollen so mehr als 18.000 Tonnen an Treibhausgas innerhalb der nächsten 18 Jahre eingespart werden.